
Entlang der Davoser Promenade und der Talstrasse entstehen temporär neue Farbräume. Monochrome Fahnen setzen bewusste Akzente im Ortsbild und verändern die Wahrnehmung des öffentlichen Raums – still, überraschend und ohne Botschaften oder Logos.
«Heitere Fahne» lädt dazu ein, Davos für einen Moment anders zu sehen: intensiver, lebendiger und mit einem neuen Blick auf Farbe, Bewegung und Atmosphäre. Das Projekt ist ab Juni sichtbar.
Der Ausdruck «Heitere Fahne» ist ein alter Ausruf des Erstaunens – manchmal auch des Unmuts. Beides passt zu Davos: ein Ort in Bewegung, zwischen Veränderung, Tradition, Tempo und Diskussion. Die Installation greift den Wandel im Ortsbild auf und übersetzt ihn in eine einfache gestalterische Intervention. Entlang zentraler Achsen von Davos entstehen visuelle Akzente, die Gäste und Einheimische durch den Ort begleiten. Die Fahnen treten dabei nicht als Werbung auf. Sie funktionieren als eigenständiges Bild im öffentlichen Raum – reduziert, klar und offen für unterschiedliche Wahrnehmungen.
Die monochromen Farbflächen der hängenden Fahnen zeigen die Farbigkeit und Farbenpracht der Gebirgslandschaft Davos. Niemand anderes als Ernst Ludwig Kirchner konnte in seiner expressiven Art die Eindrücklichkeit der Davoser Landschaft besser beschreiben. Die Davoser Bergwelt mit ihren wechselnden Wetterstimmungen war Inspiration für die expressive Farbigkeit in seinen Davoser Bildern.
Der Zufall wollte es, dass das Thema Farbe nicht nur das Projekt «Heitere Fahne», sondern auch die Sommerausstellung «Farbenrausch» im Kirchner Museum Davos dominiert. So wurden zusammen mit Katharina Beisiegel, Direktorin, und Matthias Gegner, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kirchner Museum Davos, 100 Farben aus Ernst Ludwig Kirchners Davoser Gemälden ausgewählt, welche nun wiederum im öffentlichen Raum einen Bezug zu der Farbenvielfalt und Kontraste der unmittelbaren Landschaft ermöglichen. Unterschiedliche Farbtöne verleihen jeder Fahne ihren eigenen Charakter und schaffen in den Davoser Strassen ein lebendiges, zugleich harmonisches Gesamtbild. So entsteht in ausgewählten Strassenabschnitten eine abwechslungsreiche visuelle Stimmung, die sich je nach Licht, Wetter und Jahreszeit immer wieder verändert.
In der ersten Junihälfte 2026 werden die Fahnen innerhalb weniger Tage montiert und können mindestens bis Juni 2029 bestaunt werden.
«Heitere Fahne» ist bewusst für jene Zeiträume geplant, in denen weder Kongressfahnen noch Schweizer Flaggen zum 1. August das Ortsbild prägen. Diese Zwischenphasen werden genutzt, um Davos farbig zu begrüssen und zu begleiten. Das Fahnenprojekt versteht sich als intermediäre Installation – also als temporäre Intervention im öffentlichen Raum, sichtbar im Alltag, aber zeitlich klar definiert.
Am 14. Juni 2026 eröffnet das Kirchner Museum Davos die Ausstellung «Farbenrausch». Sie widmet sich der leuchtenden Farbwelt Ernst Ludwig Kirchners und ergänzt das Projekt «Heitere Fahne» inhaltlich ideal. Hier ein Zitat aus der Konzeption der erwähnten Ausstellung: «Ein Fest der Sinne: Die Ausstellung «Farbenrausch» lädt dazu ein, die Welt Ernst Ludwig Kirchners in all ihren leuchtenden Facetten zu entdecken und dabei der Farbe selbst auf den Grund zu gehen.»
Was will man mehr.
Die Ausstellung
Vom 14. Juni 2026 bis 3. Januar 2027 im Kirchner Museum in Davos zu bestaunen.
Führungen
Regelmässige Führungen bieten vertiefte Einblicke in die aktuelle Ausstellung und ermöglichen einen direkten Zugang zu Kirchners Werk.
Jeden Dienstag und Sonntag
16 – 16.45 Uhr
Dieses Projekt konnte dank der grosszügigen Unterstützung verschiedener Partnerinnen und Partner, Institutionen und Förderstellen realisiert werden. Für das entgegengebrachte Vertrauen, die ideelle Begleitung und die vielfältige Unterstützung gebührt allen Beteiligten herzlicher Dank.
Ein besonderer Dank geht an Christoph Luzi (Fachstelle Kultur Davos), Roger Manser (Destination Davos Klosters) und Katharina Beisiegel (Kirchner Museum Davos) für die engagierte und tatkräftige Begleitung bei der Umsetzung des Projekts.
Thomas Spielmann
Projektidee und Umsetzung
Davos, Sommer 2026