
Nachhaltige Tourismusentwicklung betrifft die ganze Destination. In Davos Klosters arbeiten Gemeinden, Destinations-Organisation, Bergbahnen, Beherbergungsbetriebe, Gastronomie, Sportorganisationen, Gewerbe und weitere Partner an konkreten Massnahmen. Dabei geht es um ökologische Themen wie Energie, Mobilität und Ressourcen ebenso wie um regionale Wertschöpfung, Lebensqualität und zugängliche touristische Angebote.
Nachhaltigkeit in einer Tourismusdestination lässt sich nicht durch eine einzelne Organisation umsetzen. Sie entsteht durch viele konkrete Schritte: bei der Energieversorgung einer Bergbahn, der Mobilität zu einer Sportveranstaltung, im Umgang mit Lebensmitteln, bei Investitionen eines Hotels oder bei der Zugänglichkeit eines Freizeitangebots.
Swisstainable schafft dafür einen destinationsweiten Rahmen. Der Klimafonds Davos unterstützt konkrete ökologische Projekte vor Ort. Gleichzeitig tragen zahlreiche Betriebe und Organisationen mit eigenen Massnahmen zur nachhaltigen Entwicklung von Davos Klosters bei.
Tourismus lebt von einer intakten Natur, attraktiven Lebensräumen und einer funktionierenden regionalen Wirtschaft. Nachhaltige Tourismusentwicklung betrachtet deshalb nicht nur den Klima- und Umweltschutz, sondern drei miteinander verbundene Dimensionen:
Ökologische Nachhaltigkeit umfasst beispielsweise den Umgang mit Energie und Wasser, die Reduktion von Treibhausgasemissionen, Mobilität, Kreislaufwirtschaft und Biodiversität.
Wirtschaftliche Nachhaltigkeit zielt auf langfristige Wertschöpfung in der Region. Dazu gehören unter anderem lokale Wirtschaftskreisläufe, Arbeitsplätze und die Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben.
Soziale Nachhaltigkeit betrifft die Menschen, die hier leben, arbeiten und Ferien verbringen. Dazu zählen beispielsweise Lebensqualität, Arbeitsbedingungen, Teilhabe und die Zugänglichkeit touristischer Angebote.
Diese drei Dimensionen bilden auch den Rahmen des Schweizer Nachhaltigkeitsprogramms Swisstainable, an dem Davos Klosters auf verschiedenen Ebenen teilnimmt.
Davos ist seit 2026 als Swisstainable Destination Level II – engaged eingestuft. Bereits seit 2024 gehört die Davos Destinations-Organisation auf Betriebsebene zu den Swisstainable Level II – engaged Betrieben. Die Einstufung steht für ein nachgewiesenes Nachhaltigkeitsengagement mit anerkannten Nachweisen, konkreten Massnahmen und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung.
Der nächste Schritt betrifft Klosters: Unter «Klosters goes
Swisstainable» wird daran gearbeitet, die Voraussetzungen für eine entsprechende Anerkennung auch dort zu schaffen. Damit soll das Nachhaltigkeitsprogramm schrittweise in der gesamten Destination Davos Klosters verankert werden. Die Davos Destinations-Organisation übernimmt zudem die Teilnahmegebühren am Swisstainable-Programm für örtliche Betriebe.
Ein Schwerpunkt der ökologischen Nachhaltigkeit liegt in Davos auf dem myclimate Klimafonds Davos. Das Besondere daran ist der gemeinschaftliche Ansatz: Die Gemeinde Davos, die Destinations-Organisation, die Stiftung myclimate sowie lokale Akteure aus Tourismus, Handel und Gewerbe arbeiten im Rahmen des Fonds zusammen.
Der Fonds unterstützt Betriebe und Organisationen finanziell bei konkreten ökologischen Massnahmen in der Region. Förderfähig sind unter anderem Projekte, die messbar CO₂-Emissionen reduzieren und noch nicht umgesetzt wurden. Die Gemeinde Davos stellt dafür jährlich Fördermittel bereit; zusätzlich können teilnehmende Betriebe sowie deren Gäste und Kundinnen und Kunden über das «Cause We Care»-Modell Mittel für Klimaschutzmassnahmen generieren.
Bereits 22 Projekte wurden über den Klimafonds gefördert. Sie reichen von Photovoltaik und Energieeffizienz über die Förderung des öffentlichen Verkehrs und Mehrwegsysteme bis zu Food-Waste-Vermeidung, regionaler Produktion und Biodiversitätsmassnahmen.
Damit setzt der Klimafonds dort an, wo konkrete Veränderungen möglich sind: bei Betrieben und Projekten vor Ort.
Wer Treibhausgasemissionen erfassen und reduzieren möchte, muss zunächst wissen, wo sie entstehen. In Treibhausgasbilanzen werden Emissionen deshalb üblicherweise in drei Bereiche – sogenannte Scopes – eingeteilt:
Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen, beispielsweise aus einer betriebseigenen Heizung oder Fahrzeugflotte.
Scope 2 erfasst indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, insbesondere Strom und Wärme.
Scope 3 umfasst weitere indirekte Emissionen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Im Tourismus sind es beispielsweise Emissionen aus eingekauften Gütern und Dienstleistungen oder der Mobilität von Gästen.
Diese Unterscheidung hilft dabei, Emissionsquellen systematisch zu erfassen und Massnahmen dort anzusetzen, wo sie Wirkung entfalten können.
Nachhaltige Tourismusentwicklung hat neben ökologischen und wirtschaftlichen auch eine soziale Dimension. Ein Beispiel dafür ist die Zugänglichkeit touristischer Angebote.
In Klosters hat die Madrisa ihre Infrastruktur und verschiedene Angebote auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet. Auch auf Destinationsebene wird das Thema sichtbar: Schweiz Tourismus führt Davos Klosters unter den Ferienorten, in denen barrierefreies Reisen besonders gut möglich ist. Zudem werden Zugänglichkeitsinformationen über Plattformen und Initiativen wie OK:GO beziehungsweise ginto zugänglich gemacht.
So wird Nachhaltigkeit nicht allein daran gemessen, wie mit Energie und natürlichen Ressourcen umgegangen wird, sondern auch daran, wie touristische Erlebnisse möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden.