
Vor rund 150 Jahren kam der deutsche Arzt Alexander Spengler nach Davos. Was er damals nicht ahnte: Er sollte einige Jahre später den Aufstieg von Davos zum international führenden Kur-, Ferien- und Kongressort initiieren. Dank der Entdeckung der heilenden Davoser Höhenluft.
In die Schweiz kam der junge Alexander Spengler zunächst wider Willen – als politischer Flüchtling. 1848 hatte der Jurastudent in seiner Heimatstadt Mannheim an der Märzrevolution teilgenommen. Als diese scheiterte, floh er in die Schweiz und schrieb sich an der Universität Zürich für das Fach Medizin ein. Nach Abschluss des Studiums trat er die Stelle als Landschaftsarzt im kleinen Bauerndorf Davos an.
Schnell fiel Spengler auf, dass kein Bewohner des Dorfes an der damals gefürchteten Tuberkulose litt. Während die Seuche in vielen europäischen Orten jedes Jahr Zehntausende Menschenleben forderte, blieb Davos verschont. Spengler führte dies auf das besondere Hochgebirgsklima zurück. Seine Erkenntnisse teilte er mit Fachkollegen im In- und Ausland und machte so das gesunde Davoser Höhenklima in ganz Europa bekannt. Bereits 1860 eröffnete in Davos die erste Fremdenpension für Kurgäste. Spengler entwickelte zudem eine Liegekur für Tuberkulosekranke. Sie bestand vor allem aus viel Schlaf – auf Terrassen oder sogar im Kuhstall – sowie Veltlinerwein. Die Methode galt als vielversprechend und machte Davos weltberühmt.
Schon bald reisten Tuberkulosekranke aus aller Welt in das ehemalige Bauerndorf. Damit legten sie den Grundstein für das heutige Davos – die höchstgelegene Stadt Europas mit internationalem Renommee.
Unter den Kurgästen war auch Katia Mann, die Frau des weltbekannten Autors Thomas Mann. Ihr Aufenthalt im Sanatorium und die Zeit, die Thomas Mann in Davos bei ihr verbrachte, inspirierten den Schriftsteller für sein Meisterwerk «Der Zauberberg». Andere Sanatoriums-Gäste und Besucher schrieben zwar nicht über Davos, brachten aber ihre Kultur mit - beispielsweise das Eishockey aus England. Und auch hier sollte sich die Familie Spengler ein Denkmal setzen: Wie Alexander Spengler war auch sein Sohn Karl Arzt und ein grosser Sportliebhaber. 1922 gründete dieser den weltberühmten Spengler Cup, das heute älteste Eishockey-Turnier überhaupt.