Diesen Frühling durchquerte Markus Blum zusammen mit seiner Tochter auf Skiern Grönland. Kein Wunder, steigt er auch gern ins eiskalte Wasser! Doch fürs Eisbaden muss man kein Abenteurer sein – im Interview erklärt er, wie es gelingt.
Markus Blum, was fasziniert Sie an der Kälte?
Frieren tut niemand gern – auch ich nicht! Mich interessiert, wie man sich an die Kälte anpassen und sie aushalten kann. Wenn ich in kalte Gebiete reise, wie diesen Frühling nach Grönland, dann suche ich vor allem nach Ruhe, der Reduktion auf das Wesentliche und die Möglichkeit, Neues zu entdecken. Alle Reize, denen wir im Alltag ständig ausgesetzt sind, fallen dort einfach weg. Ausserdem bewege ich mich auf meinen Expeditionen in Lebensräumen, die eigentlich weder für Menschen noch für Tiere gemacht sind. Dieser Herausforderung muss man sich bewusst sein und sich sorgfältig darauf vorbereiten.
Wie sind Sie aufs Eisbaden gekommen?
Der Auslöser war Wim Hof, der niederländische Extremsportler, der das Eisbaden populär gemacht hat. Ich war fasziniert davon, wie entspannt er im Eiswasser sitzt – das hat mich herausgefordert und neugierig gemacht. Natürlich habe ich auch vorher schon im kalten Wasser gebadet, aber nie so bewusst wie er. Das Eisbaden ist für mich eine Möglichkeit geworden, zu Hause zur Ruhe zu kommen – ohne gleich eine Extremtour unternehmen zu müssen. Das kalte Wasser holt einen sofort ins Hier und Jetzt.
Machen Sie es täglich?
Eine Zeit lang ja – aber man kann es auch übertreiben (lacht). Drei Mal pro Woche reichen aus! Ich habe dafür eine alte, umfunktionierte Gefriertruhe im Garten.
Sie sind Abenteurer. Wie schafft man es, ins eiskalte Wasser zu steigen, wenn man nicht so hart im Nehmen ist?
Die meisten schaffen das viel leichter, als sie denken! Natürlich ist die Kälte ein starkes und intensives Element – das sollte man nicht unterschätzen. Aber viele Bedenken lösen sich schnell auf, sobald man es ausprobiert. Der Schlüssel liegt in der Atmung: Wenn man ins Wasser steigt, braucht der Körper die Chance, sich an die Kälte zu gewöhnen. Dabei hilft eine bewusste Atmung, diese üben wir gemeinsam.
Was für eine Wirkung hat das Eisbaden?
Nach zwei Minuten steigen alle mit einem Lächeln im Gesicht aus dem Wasser – und die Stimmung ist grossartig. Dafür sorgen Adrenalin und Glückshormone. Viele sind stolz und gleichzeitig etwas perplex, dass sie es tatsächlich geschafft haben. Die magischen Momente entstehen dann, wenn man die Komfortzone verlässt.
Wie erklären Sie sich die grosse Beliebtheit des Eisbadens?
Wir leben alle unter zu hohem Stress, und viele suchen nach einer Möglichkeit, um zur Ruhe zu kommen. Eisbaden bietet eine kleine Auszeit. Das Spannende an der Kälte ist: Man kann nicht gegen sie ankämpfen – nur wenn man loslässt, gelingt die Entspannung.
Eisbaden mit Markus Blum und AdventureHealth
Vom 9.12.2025 bis 31.3.2026 findet im Rahmen des Winter-Gästeprogramms jede Woche ein Eisbaden- und Atem-Workshop statt. Jeweils Dienstag, 19 bis ca. 20.30 Uhr, im Segelclub Davos, beim Strandbad Davos. Anmeldung und weitere Kurse: mb@adventurehealth.ch