Wenn am 22. August im Kurpark der Startschuss zur vierten Etappe fällt, wirkt für die Zuschauerinnen und Zuschauer alles selbstverständlich. Die Strecke ist markiert, das Race Village bereit und die Zeitmessung eingerichtet. Was in diesem besonderen Moment kaum jemand sieht: Hinter dem reibungslosen Ablauf stecken Monate intensiver Arbeit.
Noch bevor das diesjährige Swiss Epic beginnt, laufen bereits die Vorbereitungen für die nächste Austragung. Bewilligungen werden eingeholt, Strecken geplant, Partner koordiniert und unzählige Details aufeinander abgestimmt. Je näher der Event rückt, desto intensiver wird die Arbeit. «Die letzten vier bis sechs Wochen heisst es für uns praktisch nur noch: Grind abe und nonstop arbeiten», erzählt Race-Direktorin Corina Feuerstein.
Ein Event in ständiger Bewegung
Was das Swiss Epic besonders macht: Das Rennen bleibt nicht an einem Ort. Während fünf Tagen zieht der gesamte Event von Etappenort zu Etappenort weiter. Race Village, Zielbogen, Zeitmessung, Bike Wash, Tech Zone, Verpflegung sowie Strom- und Wasserleitungen müssen am jeweiligen Etappenort rechtzeitig bereitstehen.
Der organisatorische Aufwand reicht jedoch weit über das eigentliche Renngeschehen hinaus. Zum Gesamtpaket gehören auch Unterkünfte, Hotelshuttles, Frühstück und Abendessen, Massagen sowie ein Wäscheservice. Die Aufbaumannschaft ist insgesamt 13 Tage vor Ort, um die verschiedenen Etappenorte vorzubereiten.
Auch auf der Strecke wird nichts dem Zufall überlassen. Ein achtköpfiges Team markiert jede Etappe am Vortag. Am Rennmorgen kontrolliert ein Zweierteam auf Motorbikes die gesamte Strecke. Kurz vor den führenden Profiteams folgt eine letzte Kontrolle durch ein weiteres Zweierteam: Blockieren neue Hindernisse den Weg? Wurden Markierungen entfernt? Erst danach kann die Etappe freigegeben werden.
Trotz der detaillierten Planung muss das Organisationsteam jederzeit flexibel bleiben. Gewitter oder starke Regenfälle können dazu führen, dass Starts verschoben und Strecken kurzfristig angepasst, verkürzt oder sogar komplett neu geführt werden. In solchen Momenten sind schnelle Entscheidungen, Erfahrung und eingespielte Abläufe gefragt.
Rund 250 Menschen für ein gemeinsames Ziel
Damit alles reibungslos funktioniert, arbeiten fast 200 Crew-Mitglieder und täglich rund 50 Volunteers Hand in Hand. Hinzu kommen lokale Partner wie Bergbahnen, Werkbetriebe, Behörden und Grundeigentümer. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass sich die Athletinnen und Athleten ganz auf das Rennen und ihr persönliches Abenteuer konzentrieren können.
«Ohne Volunteers wäre ein Event wie das Swiss Epic nicht möglich. Sie sind das Herzstück. Dasselbe gilt für die lokalen Partner, die ihr Know-how einbringen und uns tatkräftig unterstützen», sagt Corina Feuerstein.
Mehr als nur ein Mountainbike-Rennen
Vom 19. bis 23. August absolvieren 550 Athletinnen und Athleten aus 38 Nationen insgesamt 338 Kilometer und 10’900 Höhenmeter. Das Starterfeld reicht von internationalen Spitzenfahrerinnen und -fahrern bis zu ambitionierten Hobbybikerinnen und Hobbybikern. Auf der Startliste steht in diesem Jahr auch der älteste jemals angemeldete Teilnehmer: Er ist 81 Jahre alt.
«Das Swiss Epic ist viel mehr als ein Rennen. Es ist ein Abenteuer, das den Teilnehmenden für immer in Erinnerung bleibt», sagt Corina Feuerstein.
Die letzten beiden Etappen am Samstag, 22. August, und Sonntag, 23. August, führen durch Davos. Start und Ziel befinden sich im Kurpark. Wer vorbeikommt, erlebt die ganze Spannweite des Swiss Epic: zuerst die schnellsten Profiteams im Kampf um Sekunden, später die Hobbyteams, die nach fünf intensiven Renntagen gemeinsam die Ziellinie erreichen und vom Publikum mit Applaus empfangen werden. Gerade dieser Kontrast macht den Event auch für Menschen spannend, die selbst nicht Mountainbike fahren. Am Sonntag können beim Epic Kids zudem die jüngsten Bikefans selbst Rennluft schnuppern.