Sechs Dinge, die den Alpabzug besonders machen
Man hört sie, bevor sie kommen.
Erst klingt es irgendwo in der Ferne. Dann werden die Glocken lauter und plötzlich kommt die Herde um die Ecke. Der Alpabzug zeigt, wie man einen grossen Auftritt auch ohne Scheinwerfer hinlegen kann.
Die Alp kommt mit ins Tal.
Der Alpabzug markiert das Ende des Alpsommers. Mit den Tieren kehren auch die Älplerinnen und Älpler zurück, und am Markt gibt es Alpkäse und einheimische Produkte. Ein Stück Bergsommer zum Mitnehmen.
Eine Modeschau des Alpsommers.
Die Älplerinnen und Älpler tragen ihre Tracht, die Kühe ihren Blumenschmuck. Besonders herausgeputzt wird die Hermesserin, jene Kuh, die am meisten Milch gegeben hat. Einen Laufsteg braucht es nicht, die Strasse reicht völlig.
Die Reihenfolge hat System.
Vorneweg geht das Alpteam, dahinter die geschmückten Kühe und anschliessend das übrige Vieh, mit Kälbern und Ziegen. Wer vorne läuft, weiss also ziemlich genau, wohin die Reise geht.
Ein Alpsommer mit wenig Wasser.
«Für die Älplerinnen und Älpler war dieser Sommer eine besondere Herausforderung. Wenn das Wasser knapp wird und das Futter nicht mehr ausreicht, bleibt manchmal nur der frühere Abstieg», sagt Sabrina Liesch vom OK des Alpabzugs.
Die knappen Wasser- und Futterreserven verlangten von den Älplerinnen und Älplern viel Flexibilität und führten dazu, dass einzelne Tiere früher als geplant ins Tal zurückkehrten. Am traditionellen Alpabzug selbst ändert das nichts.
Es steckt mehr dahinter als ein schöner Brauch.
Der Alpabzug ist auch ein Moment der Dankbarkeit. Ein Alpsommer ist harte Arbeit, und wenn Mensch und Tier gesund ins Tal zurückkehren, darf das gefeiert werden.
Und gefeiert wird: Ab 9 Uhr warten auf dem Parkplatz Monbiel Festwirtschaft und Markt. Wer selbst etwas Schwung holen will, kann von 9 bis 10.30 Uhr beim Schnupper-Schwingen mit Christian Biäsch mitmachen. Das findet auch bei schlechtem Wetter statt, denn im beheizten Festzelt bleibt es trocken und warm. Um 11 Uhr beginnt der Alpabzug, ab 12.30 Uhr folgen Live-Musik und Kinderprogramm.
Ab 19 Uhr geht es mit Markus Wolfahrt, Kitsch und dem Gatschiefer Quartett weiter. Der Eintritt ist gratis. Von 8 bis 20 Uhr kann zudem das Postauto ab Bahnhof Klosters Platz bis Monbiel Parkplatz kostenlos genutzt werden – mit Zustieg an den regulären Haltestellen. Wer den Alpabzug nicht verpassen will, reist am besten frühzeitig an und geniesst vorher schon Markt und Festwirtschaft.
Also Ohren spitzen, Kamera bereithalten und am 19. September in Monbiel sein.