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Interview mit VR-Präsident Paul Petzold

2005 wurde Paul Petzold in den VR der DDO gewählt, den er seit 2014 auch präsidierte. Während seiner Amtszeit als VR-Präsident wurde der Revitalisierungsprozess der Destination erfolgreich umgesetzt. Ein Meilenstein in der Geschichte der DDO.

Mit dem Jahr geht auch Ihre präsidiale Amtszeit zu Ende: Was überwiegt, Freude oder Wehmut?
Weder das eine noch das andere. Die 16 Jahre waren eine grossartige Zeit für mich. Ganz speziell geschätzt habe ich immer die tolle Zusammenarbeit mit dem Team der DDO. Da gibt es eine grosse Anzahl aussergewöhnlicher Menschen, die tagtäglich Unglaubliches leisten. Diese Menschen sind mir ans Herz gewachsen und ich werde sie darum auch sehr vermissen. Speziell erwähnen möchte ich an dieser Stelle die Zusammenarbeit mit dem CEO/Direktor Reto Branschi. Sie war immer geprägt von Vertrauen und gegenseitigem Respekt. Das hat uns beim Überwinden der aktuellen Coronakrise sehr geholfen.

Meine Aufgabe als Präsident verstand ich immer darin, zusammen mit dem CEO sowie meiner VR-Kollegin und meinen VR-Kollegen, die Strategie für das Unternehmen festzulegen. Den CEO zu unterstützen und ihn dann mit seinem Team arbeiten zu lassen. Dabei geht es darum, den Personen in der operativen Leitung den notwendigen Rückhalt zu geben, sie zu begleiten und rund um die Uhr für sie da zu sein. Wenn man dabei auch noch etwas von der Materie versteht, um als Sparringspartner zu agieren, kann das eine zusätzliche Hilfe sein. Auch ein Netzwerk im touristischen Umfeld und Erfahrung im Tourismus sind bestimmt von Vorteil. Das nennt man dann «Coorporate Governance» und das ist genau das, was ich seit mehreren Jahren bei der DDO mache und gemacht habe.
 
Der Schluss Ihrer Amtszeit war die wohl schwierigste Zeit in der Geschichte der DDO. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Wir hatten während den 16 Jahren, in denen ich in diesem Team Verantwortung übernehmen durfte, sicher einige aussergewöhnliche Herausforderungen. Ich denke da an die Finanzkrise 2008, an die Eurokrise 2015 und an die Covid-19-Pandemie. Keine leichte Zeit, aber anderen erging es auch nicht besser. Unser Glück im Unglück war es, dass wir im Unternehmen immer auf ein sehr professionelles Team zählen konnten.

Mit Tom Umiker verlässt auch das jüngste Verwaltungsratsmitglied die DDO. Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit ihm erlebt?
Tom Umiker war und ist ein sehr wertvolles Mitglied im Verwaltungsrat. Hochprofessionell, immer bestens vorbereitet und stets sehr engagiert. Seine Energie, seine Ideen und sein kompromissloses Engagement haben zu guten sowie manchmal auch kontroversen Diskussionen und Ergebnissen geführt. Ich persönlich bedauere es sehr, dass er sich nicht mehr für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung gestellt hat. Ich danke Tom Umiker ganz herzlich für alles, was er für das Unternehmen geleistet hat.

Auch Kurt Steck verlässt den Verwaltungsrat. Wie wichtig war er für die Klosterser Komponente?
Kurt Steck habe ich während dieser Zeit als einen sehr guten Verwaltungsrat kennen und schätzen gelernt. Ohne Kurt Steck und sein sachliches, aber auch kritisches Engagement, wäre die Zusammenarbeit mit unserem Destinationspartner sehr viel schwieriger gewesen. Kurt Steck war Gemeindepräsident von Klosters und dennoch hat für ihn immer nur der Destinationsgedanke gezählt. Ich bin Kurt Steck mit grossem Dank verbunden, weil er massgeblich mitgeholfen hat, die Markenstrategie der Destination vorwärtszubringen. Die Revitalisierung war nicht nur «ein Logowechsel». Es war eine Neupositionierung mit einem neuen Slogan und die galt es rasch möglichst in der Destination zu etablieren. Da konnte ich mich immer auf die volle Unterstützung von Kurt Steck verlassen. 

Der bisherige Sekretär und Protokollführer Riet Frey steht dem Verwaltungsrat ebenfalls nicht mehr zur Verfügung. Aus dem VR war immer wieder zu hören, dass Riet Frey mehr war, als seine Ämter vermuten lassen. Was zeichnet ihn aus?
Riet Frey ist eine aussergewöhnliche Persönlichkeit und die Tatsache, dass wir ihn als Generalsekretär für die DDO gewinnen konnten, war ein absoluter Glücksfall. Riet Frey war vorher über Jahre hinweg selbst Verwaltungsrat der DDO. Zudem war er Präsident des Hotelier-Vereins in Davos und somit ein Touristiker mit Leib und Seele. Trotz seinem enormen Erfahrungsschatz und seinem Wissen, hat er sich im VR immer aus den Diskussionen herausgehalten und sich auf sein Amt als Protokollführer beschränkt. Seine akribische Arbeit hat dazu geführt, dass seine Protokolle immer auf allerhöchstem Niveau waren und die Sitzungsverläufe immer perfekt wiedergegeben wurden. Ich danke Riet von ganzem Herzen für seine wertvolle Arbeit und Unterstützung. Ich freue mich schon jetzt darauf, unsere Freundschaft noch intensiver zu pflegen. 

Mit Toni Morosani als Verwaltungsratspräsident und mit den drei neuen Verwaltungsratsmitgliedern bricht eine neue Ära an. Was können wir vom neuen VR erwarten?
Ich traue Toni Morosani und dem neuen Team sehr viel zu. Vor allem, weil hier Touristiker gewählt wurden, die die Gäste verstehen und ihre Bedürfnisse kennen. Die gewünschte Verjüngung hat ebenfalls stattgefunden und zusammen mit den erfahrenen, wiedergewählten Verwaltungsratsmitgliedern haben wir eine vielversprechende Ausgangslage. Ich wünsche dem ganzen VR sowie der Destination Davos Klosters nur das Beste und den grösstmöglichen Erfolg. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei den wiedergewählten Verwaltungsräten für die tolle Zusammenarbeit bedanken. Ich hoffe, dass die kontroversen Diskussionen auch in der neuen Konstellation erhalten bleiben. Der Weg zur Entscheidung muss zwingend in diesem Gremium bleiben und vertraulich behandelt werden. Nur mit gegenseitigem Vertrauen und der nötigen Diskretion ist die Handlungsfähigkeit eines Verwaltungsrates gewährleistet. Einzig das Abstimmungsresultat sollte bei Bedarf für die Öffentlichkeit bestimmt sein.

Werden Sie der DDO in irgendeiner Form erhalten bleiben?
Ich werde der DDO als Genossenschafter mit meinem Beitrag erhalten bleiben und das war’s dann auch schon. 

Sie bleiben auch nach Ihrem Rücktritt sportlich ambitioniert. Wie weit sind Sie mit der Planung für die Velotour nach Gibraltar?
Nun, die Planung der Tour ist schon weit fortgeschritten. Das Team und die Daten stehen. Die Route haben wir etwas angepasst: Sie führt nicht mehr nach Gibraltar, sondern von Davos nach Barcelona und anschliessend nach Mallorca, wo wir noch zehn Tage anhängen werden. Aber auch von der Berufswelt möchte ich mich nicht ganz verabschieden. Es gibt verschiedene Optionen, die ich gerade prüfe. Ich habe seit meiner Kindheit gerne gearbeitet und das werde ich auch in Zukunft tun. Der Weg wird wohl zurück in meine angestammte Brache in der IT-Welt führen. Spruchreif ist aber noch nichts (lacht).

Samuel Rosenast

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