Innovationen

Inventionen, Innovationen und Pioniergeist

Davos Klosters ist einer der ältesten und grössten Wintertourismusorte in den Alpen. Ausgeruht auf den Lorbeeren haben wir uns nie: 1995 waren wir bereits auf dem Internet präsent, unser Online-Ferienshop sowie die Apps für unsere Destination entwickelten wir als erste touristischen Anbieter. Die Snowfarming-Loipe mit übersommerten Schnee sorgte 2008 für Schlagzeilen. Crowdsourcing oder „Schwarmintelligenz“ unserer Gäste nutzen wir seit 2014 für innovative Ideen und dank Crowfunding gibt es den legendären Davoser Schlitten aus einheimischer Produktion wieder. Die international renommierten Davoser Forschungsinstitute tragen ihr Wissen bis ins Weltall. Geschickte Handwerker und mutige Unternehmer aus Davos sorgten dafür, dass Produkte wie Skischuhe oder der Sparschäler sowie Unternehmen wie die Rhätische Bahn mit dem Namen unseres Ortes verbunden sind. Findige Pioniere sorgten für die Entwicklung von Davos als ersten Wintersport in der Schweiz. Die Bergbahnen dienten schon früh den Sportlerinnen und Sportlern und dank hohen Investitionen sind sie auch heute modern und auf qualitativ hohem Niveau.

Tourismus

Davos – der Pionier des Wintertourismus in den Alpen

Davos präsentiert sich heute gemeinsam mit seinem Nachbarort Klosters als eine grosse, moderne und erfolgreiche Feriendestination. Der Grundstein zu diesem Erfolg wurde vor 150 Jahren gelegt, als am 8. Februar 1865 die ersten Wintergäste im Landwassertal eintrafen. Dieses Datum gilt als der Beginn des Wintersportortes Davos und wurde im Winter 2014/15 gefeiert. Die Kurgäste entdeckten im ansonsten langweiligen Kuralltag den Sport als gesunde Abwechslung. Davos gilt als Wiege des Wintersports in der Schweiz. So wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts künstliche Eisbahnen angelegt und in Davos fanden die in der Schweiz ersten Wettbewerbe im Eiskunst- und Eisschnelllaufen statt. 1883 fanden die ersten Bandy-Spiele – ein Vorläufer des Eishockeys – statt. 1913 wurde auf der Eisbahn in Davos die erste Bandy-Europameisterschaft ausgetragen. 1888 spielten schottische Gäste Curling. 1883/84 fand eine weitere Schweizer Wintersportpremiere statt: Die Mittelschüler des Fridericianums hatten den Skisport entdeckt. 1883 fand auf der Strasse von Davos nach Klosters das weltweit erste internationale Schlittelrennen statt. Das Skeletton wurde in Davos erfunden und auch die ersten Bobs (Toboggan) donnerten die mit Eis präparierte Schatzalp-Schlittelbahn herunter.

www.thepioneer.ch

The Pioneer
in Winter Tourism
Seit einer kleinen Ewigkeit im Netz

Am 5. Oktober 1995 wurde die Homepage www.davos.ch aufgeschaltet. Für die Computerwelt eine kleine Ewigkeit! Schon damals war die Seite mit einer Fülle von Informationen bestückt. „Seit heute sind wir über das Internet (www) mit sehr umfangreichen Informationen erreichbar. (Vorläufig nur Englisch in ca. zwei Wochen auch Deutsch)“, schrieb am 5. Oktober 1995 Reto Branschi als damaliger Finanzchef in einer Aktennotiz an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kur- und Verkehrsvereins Davos (KVD). An Inhalten aufgezählt wurden unter anderem Ski- und Snowboardinfos, Sommerinfos, Veranstaltungen, Wochenendwetterberichte, Kongress, Kultur, Sportzentrum usw.  „Was die Unterkunftsmöglichkeiten betrifft, weisen wir auf das Direktbuchungssystem hin und werden auch allfälligen Anfragen via Internet beantworten“, heisst es in der Mitteilung weiter. Damals war die Buchung via Internet noch nicht möglich. Damals hätte sich wohl kaum jemand träumen lassen, dass das moderne Leben ohne das Internet kaum mehr vorstellbar ist.

Zur Illustration: Im Oktober 2015 haben rund 114‘ 058 Nutzer die Homepage von Davos Klosters besucht und haben dabei insgesamt 837‘048 Seiten abgerufen. Zum Vergleich: Im Oktober 1995 waren es 3 957 User, welche die Seite besucht haben, von Oktober 1995 bis Mitte Januar 1996 haben wir damals fast 50‘000 Besucher gezählt. Und das Internet hat eine riesige Entwicklung genommen: das Mobile-Netz und die iApp  sowie der Ferienshop (siehe 1.3) sind nur zwei Beispiele. Und noch ein wichtiger Fortschritt. Damals wurde für den KVD die folgende E-Mail-Adresse angegeben: 100672,1370@compuserve.com!

Onlineshop “Ferienshop”

Der Ferienshop von Davos Klosters ist ein One-Stop-Shop für touristische Leistungen in Davos Klosters und ermöglicht bereits seit Jahren das Buchen von sogenannten Dynamic Packages, also dynamisch zusammengestellten Ferienleistungen. Konkret: Unterkunft (Hotel oder Ferienwohnung), Event-Tickets, Skipässe, Mietmaterial, Schneesportschulen und Fahrkarten für den Airport-Shuttle können in einem Buchungsschritt gemeinsam gebucht und bezahlt werden. Die neuste Funktion sind die Buchungsvorschläge, die die Mitarbeiter von Davos Klosters einfach und schnell zusammensetzen und online schalten. Die Buchungsvorschläge werden in Echtzeit und basierend auf den aktuellen Preisen dargestellt. Ebenfalls kann der Gast neu im Shop Aktivitäten buchen – beispielsweise Segelkurse, Gleitschirmflüge sowie Eintritte in den Bikepark oder das Wellness und Erlebnisbad Eau-là-là. Während Gäste so mehr Convenience erhalten, schliesst Davos Klosters seine Dienstleistungskette und stärkt den Destinationsgedanken nach Innen und Aussen. Zusätzlich ermöglichen diese ortsspezifischen Angebote auch eine Differenzierung von grossen Online Travel Agencies wie booking.com o.Ä.

http://ferienshop.davos.ch

Snow Farming

Im Juni 2008 hatte das Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Kooperation mit dem technischen Dienst der Davos Destinations-Organisation (DDO) ein weltweit einmaliges Experiment zur „möglichen Methoden und Rentabilität der Lagerung von technischem Schnee über den Sommer hinweg“ gestartet. Das wissenschaftlich begleitete und dokumentierte Übersommern des Schnees gelang und Ende Oktober 2008 standen 900 m3 Schnee zur Verfügung mit dem eine 500 Meter lange, öffentlich zugängliche Loipe präpariert wurde. Sie diente bereits dem Training der Schweizer Langlauf-Nationalmannschaft. Ein Jahr später wurde sie von Spitzenlangläufern zur Vorbereitung der Olympia-Saison 2009/10 genutzt. Im Frühjahr 2011 wurden 4‘000 m3 Schnee vom inzwischen zur Gemeinde gehörenden technischen Dienst eingelagert und Ende Oktober ein 1,4 km langer Rundkurs im Flüelatal präpariert. Das Snowfarming wurde im Herbst 2015 mit dem Bau einer neuen Infrastruktur vergrössert. Bereits während des Winters 2015/16 konnte die dreifache Menge an Schnee produziert und eingelagert werden. Mit diesem übersommerten Schnee wird im Spätherbst 2016 im vorderen Flüelatal eine Loipe von ca. 4 km Länge präpariert. Als Beitrag an die Kosten für dieses Zusatzangebot wird eine Gebühr für diese Loipe während des Novembers erhoben. Die grosse Snowfarming-Loipe bleibt zu gewissen Tageszeiten den Leistungssportlern vorbehalten. www.gemeindedavos.ch und www.davosnordic.ch

Stakeholder Management

Crowdsourcing/ Open Innovation

Crowdsourcing oder „Schwarmintelligenz“ bezeichnet eine mögliche Art wie neue, innovative Ideen mithilfe Freiwilliger in einem Brainstorming generiert werden können. Im Jahr 2014 schaltete die Destination Davos Klosters eine eigene Open Innovation Plattform auf. Die Idee dieser Plattform ist der Dialogaufbau mit den Stakeholdern seitens der Destination. Um die wirklichen Bedürfnisse zu erkennen, animiert eine Open Innovation Plattform deren User dazu, Ideen für neue Produkte und Verbesserungsvorschläge für Bestehende anzubringen. Ziel soll sein, die Wünsche und Bedürfnisse sämtlicher Stakeholder der DDK zu erkennen und nachhaltig umzusetzen. Tages- sowie Feriengästen, Ferienwohnungsbesitzer, sämtliche Leistungsträger und Einheimische sollen die Möglichkeit haben, ihre Ideen oder Verbesserungsvorschläge anzubringen. Dabei ist die Open Innovation Plattform an sich, lediglich ein Teil eines Innovationsprozesses in der Destination. Die eingebeben Ideen werden schliesslich durch die Tourismusorganisation in Zusammenarbeit mit lokalen Persönlichkeiten bewertet und weiterentwickelt.

Umgesetzte Projekte:

  • Eis Disco
  • Kaffee Klatsch Klosters
  • Diverse Anpassungen auf der Webseite von davos.ch/klosters.ch
  • Bike Shuttle
  • Unterstützung bei der Attraktivitätssteigerung des Davosersees
  • Neue Souvenirs und Aktivitäten im Ferienshop
  • Content Seite mit allen Innovationen aus Davos Klosters

www.innovation-davosklosters.ch

Kooperation mit Atizo
Im Jahr 2015 ist die Destination Davos Klosters mit Atizo, der grössten Crowdsourcing Plattform der Schweiz, eine Kooperation eingegangen. Ein erstes realisiertes Projekt ist das im Frühjahr 2016 einführte Angebote „Money Back Deal“. Des Weiteren ist aus dem 1.Projekt weitere entstanden, die nun weiterentwickelt und verfeinert werden. Eines davon ist eine neue Trendsportart mit dem Arbeitstitel „Davosen“ zu entwickeln. Ein weiteres Ziel ist es diese Kooperation sämtlichen Leistungsträger der Destination weiterzugeben, um innovative Ideen für jeden einzelnen Betrieb zu generieren.
www.atizo.ch

Crowdfunding

Crowdfunding ist eine Form der Finanzierung ("funding") durch eine Menge ("crowd") von Internetnutzern. Künstler, Aktivisten, Veranstalter und Unternehmer stellen ihre Projekte dar und nennen die benötigte Summe sowie die erwartbare Gegenleistung für die Benutzer. Wenn innerhalb einer bestimmten Zeit die angegebene Summe erreicht wird, fliesst das Geld an die Initianten, und die Idee wird umgesetzt. Im Dezember 2014 lancierten die HTW Chur (Hochschule für Technik und Wirtschaft) ein Pilotprojekt, in dem es darum ging innovative Ideen im Tourismus zu identifizieren und über Crowdfunding zu realisieren. Zum Jubiläum „150 Jahre Wintertourismus Davos“ hat die Davos Destinations Organisation einen übergrossen Schlitten in Auftrag gegeben. Weil wir an diesem Revival des Davoserschlitten anknüpfen wollten, wurden wir auf das Projekt des einheimischen Paul Ardüser – dessen Grossvater und Vater bereits Schlitten herstellten – aufmerksam, der das Ziel hatte die Produktion in Davos wieder aufleben zu lassen. So wurden schliesslich mittels Crowdfunding auf der Plattform 100days.net Geld gesammelt, um die Produktion des Davoserschlittens wieder nach Davos zu bringen.

www.davoserschlitten.ch

Forschung

Weltraum-Experimente made in Davos

Die Sonne und ihre Strahlung stehen im Zentrum der Forschung des Physikalisch-Metrologischen Observatoriums/World Radiation Centers (PMOD/WRC). Messungen der atmosphärischen Strahlung bildeten seit der Gründung 1907 bis heute das Schwergewicht seiner Tätigkeit. 1971 ernannte die Weltmeteorologische Organisation WMO das PMOD zum Weltstrahlungszentrum WRC. Als WRC ist das PMOD/WRC für die weltweite Homogenität der Messungen von Sonnenstrahlen verantwortlich. Was Paris für das Gewichtsmass des Urkilogramms bedeutet, ist Davos den Sonnenforschern in der Radiometrie. Weltweit sind ihre sechs präzisen Gesamtstrahlungs-Radiometer (Pyrheliometer) das Mass aller Dinge. Sie geben die radiometrische Referenz vor, nach der die weltweiten Regionalzentren ihre Geräte kalibrieren. Alle fünf Jahre werden Wissenschaftler Klima- und Strahlungsforschungsinstitute zum internationalen Pyrheliometer-Vergleich nach Davos eingeladen und sie richten ihre Messgeräte nach dem Davoser Standard ein.

Einen hohen Bekanntheitsgrad geniesst das Institut dank seinen Weltraumexperimenten. In Davos entwickelte und gebaute Hightech-Geräte werden im Rahmen von Forschungskooperationen in Satelliten oder Sonden ins Weltall geschickt. Bisher waren es sechs Experimente, die Weltraum-Daten liefern u.a. als Grundlagen zur Erforschung der Auswirkungen der UV-Strahlung der Sonne auf das Erdklima oder die Trübung der Erdatmosphäre und damit den Grad der Luftverschmutzung. Insgesamt sind 41 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am PMOD/WRC tätig.

www.pmodwrc.ch

AO Foundation: Den Chirurgen das Schrauben beigebracht

Knochenbrüche werden heute direkt an der beschädigten Stelle mit Platten, Schrauben und Nägeln behandelt. Das frühere, oft wochenlange Liegen mit einer Schiene, schief zusammengewachsene Arm- oder Beinknochen oder andere Folgeschäden gehören der Vergangenheit an. Dies ist das Verdienst einer Gruppe von 13 visionären Chirurgen und Orthopäden, die 1958 die „Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen“ gegründet hatten. Das Institut hat die modernen Behandlungstechniken und die dazu gehörenden Implantate und Instrumente entwickelt.

Heute ist die AO Foundation, wie das Institut inzwischen heisst, eine medizinisch ausgerichtete Not Profit-Organisation. Mit rund 16'000 Ärzten, Operationspersonal und Wissenschaftlern in über 100 Ländern bildet die AO eines der bedeutendsten medizinischen Netzwerke weltweit. Die AO Foundation engagiert sich im Bereich Unfallchirurgie und Erkrankung des Bewegungsapparates sowie in der Aus- und Weiterbildung von Chirurgen. Weltweit werden jedes Jahr ca. 40'000 Ärzte auf die neuesten Behandlungsmethoden geschult. In den vergangenen 45 Jahren wurden so über 500'000 Chirurgen und Orthopäden aus aller Welt in die Anwendung der neuesten Techniken und Methoden eingeführt. Die AO ist auf vier Säulen aufgebaut: Ausbildung, Forschung, Entwicklung von Operationsinstrumenten und Dokumentation. Davos ist das Weltzentrum der chirurgischen Forschung und Lehre.

www.aofoundation.org

SLF: Wiege der internationalen Schneeforschung

Nach dem Bau der Parsennbahn 1931/32 wurde 1936 auf dem Weissfluhgipfel ein Schneelabor eingerichtet. Das 1942 gegründete und seither in Davos ansässige WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung beschäftigt sich mit der Erforschung von Schnee und Lawinen. Seit 1945 wird das Lawinenbulletin vom SLF herausgegeben und es wird seitdem stetig weiterentwickelt. Das vom SLF entwickelte dreistufige Warnsystem wurde weltweit übernommen. Das Bulletin informiert über die Lawinensituation in den Schweizer Alpen, Liechtenstein und Jura. Es erscheint im Winter zweimal täglich in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch mit einer interaktiven interaktiven Gefahrenkarte und kann online und mit der App „White Risk“ gratis bezogen werden.

International gilt das Institut als Wiege der Schneeforschung und ist weltweit in der Forschung und Beratung tätig. Im Bereich Lawinenforschung stehen die Lawinenbildung, Lawinenschutz, Lawinendynamik und die erwähnte Lawinenwarnung im Fokus des SLF. Weiter beschäftigen sich die Forscher mit Schneephysik, Schneedecke sowie Mikrometeorologie, Schneeklimatologie, Permafrost, mit Schneesport sowie Gebirgsökosystemen und dem Risikomanagement. Das SLF kooperiert mit den Eidgenössischen Hochschulen (ETH) Zürich und (EPF) Lausanne und ist mit diversen Universitäten und Fachhochschulen in der Schweiz vernetzt. Seit 1996 befindet sich der Hauptsitz des Instituts an der Flüelastrasse in Davos Dorf. Das Forschungszentrum beschäftigt 140 Mitarbeitende, 55 Prozent arbeiten als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Weiter bietet das Institut Arbeitsplätze in Administration, Technik und Informatik an.

www.slf.ch

Forschungsplatz Davos

Schnee, Sonne und gesunde Bergluft in Davos sind vielen Erholungssuchenden ein Begriff. Dank der Höhenlage und eines heilenden Klimas entwickelte sich das Hochtal in den Bündner Bergen nicht allein zu einem berühmten Kurort, Wintertourismusort und Wintersportort, sondern auch zu einem international renommierten Forschungsplatz. Auf dem Forschungsplatz Davos sind sechs Forschungsinstitute ansässig, die über 400 Arbeitsplätze für hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anbieten. Allein die vier grössten Institute - die Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen AO, das WSL-Institut für Schnee und Lawinenforschung Davos (SLF), das Physikalisch-Meteorologische Observatorium/Weltstrahlungszentrum (PMOD/WRC) und das Schweizerische Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF)  - generieren eine Wertschöpfung von über 40 Mio. Franken jährlich. Die Davoser Forschungsstätten geniessen weltweit ein ausgezeichnetes Renommee. Sie alle haben in ihren Bereichen Pionierarbeit geleistet.

Um die Tätigkeiten der Forschungsinstitute besser zu koordinieren und weitere Innovationen zu fördern, wurde der Verein Wissensstadt Davos gegründet In den vergangenen Jahren wurden diverse Projekte lanciert, allen voran das Alpine Office Davos (Co-Working Space), die laufenden Abklärungen zum Anschluss der Davoser Institute an den Nationalen Innovationspark und der Allergy Campus Davos. Näheres dazu unten:

www.wissensstadt.ch/innovation/

Impfstoff gegen Katzenhaar-Allergie entwickelt

Das Schweizerische Institut für Allergie- und Asthmaforschung SIAF beschäftigt sich mit immunologischen Zusammenhängen allergischer Erkrankungen, wie z.B. dem Asthma oder den atypischen Hauterkrankungen. Aus ihren Erkenntnissen entwickeln die Wissenschaftler diagnostisch und therapeutisch wirkungsvollere Massnahmen zur Bekämpfung des Asthma und der Allergien. So haben die Forscher wesentliche Fortschritte bei der Entdeckung neuer Wechselwirkungen zwischen Wirt und mikrobiellen Erregern z. B. der Rolle des Histamins bei Entzündungen. Mit der Entwicklung eines Geräts, das innert Minuten alle Immunkrankheiten diagnostiziert oder eines Impfstoffs gegen Katzenhaarallergie oder Heuschnupfen sorgte das SIAF für Schlagzeilen. Im Rahmen eines europäischen Projekts wird der Einsatz der medizinischen Nano-Technologie bei der Behandlung von Allergien erforscht. Weiter beschäftigt sich das Institut mit den „Mechanismen der Entstehung von Allergien“. So wollen die Forscher die Gründe für die in Europa bestehende Allergie-Epidemie verstehen. Unter anderem werden dabei die Einflüsse der Umweltverschmutzung untersucht. Seit seiner Gründung beschäftigt sich das SIAF mit Pilzallergien, ein nach wie vor ungelöstes Problem. Beim Grossprojekt der EU zur Erforschung dieser Allergien nimmt das Davoser Institut eine führende Rolle ein und kann damit in den nächsten Jahren diese Forschungsrichtung verstärken. Am Institut werden insgesamt 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – davon 40 Akademiker – beschäftigt.

www.siaf.uzh.ch

Davos Diagnostics

Davos Diagnostics, ein Spin-off des Schweizerischen Instituts für Allergie- und Asthmaforschung, hat eine neuartige Messmethode entwickelt, welche auf dem optischen Verfahren der Evaneszensfluorimetrie basiert. Biochemische Marker für Erkrankungen können damit direkt vom Arzt in rund 10 Minuten getestet werden. Dies ist vor allem in Akutsituationen wie Herzinfarkt oder Sepsis (Blutvergiftung) ein überlebenswichtiger Vorteil. Dort wo die Zeit drängt, können die gängigen Diagnoseverfahren nur bedingt die für den Patienten wichtigen Informationen liefern.

Für die kommerzielle Entwicklung der diagnostischen Test-Systeme arbeitet Davos Diagnostics zusammen mit lokalen Partnern wie dem international führenden Forschungsinstitut SIAF (Schweizerisches Institut für Allergie- und Asthmaforschung) in Davos, mit der Firma Hamilton in Bonaduz und mit weiteren KMU.
Mit dieser innovativen Idee gestaltet Davos Diagnostics den diagnostischen Service für die Ärzte neu und beansprucht eine bis anhin wenig besetzte Nische im weltweiten Diagnostik-Markt für sich. Dieser Markt weist eine überdurchschnittliche Wachstumsrate auf.

Campus auf dem Wolfgang

Bereits in der Vergangenheit hatten Krisen und Einbrüche zur Neuorientierung und Erneuerung geführt. Im Herbst 2013 ging eine Schockwelle durchs Landwassertal als die Stiftung der 1901 eröffneten Hochgebirgsklinik Davos (HGK) den Konkurs und damit deren voraussichtliche Schliessung bekannt gab. Im Frühling 2014 erfolgte dann die Entwarnung. Der Unternehmer Klaus-Michael Kühne hatte sich zugunsten der HGK engagiert. Als finanzkräftiger Investor entwickelte er gemeinsam mit Fachleuchten aus Medizin und Forschung das einmalige Projekt eines Klinik-, Forschungs- und Ausbildungs-Campus auf dem Gebiet der allergischen Erkrankungen. Die neue Hochgebirgsklinik soll ein Kompetenzzentrum für die Bereiche Allergologie, Dermatologie und Pneumologie bei Kindern und Erwachsenen werden. Die Forschung und Ausbildung auf dem Campus werden in enger  Zusammenarbeit die beiden Institute CKF-Care und SIAF übernehmen. Dazu verlegt das SIAF seinen Sitz auf den Wolfgang.

www.campus-davos.ch

Risiken erforschen, vermeiden und managen

Die Stiftung Global Risk Forum (GRF Davos) verfolgt den Zweck, nachhaltige und praktikable Lösungen für die vielfältigen Risiken, mit denen sich die Gesellschaft konfrontiert sieht, zu entwickeln und effizient in die Praxis umzusetzen. “From Thoughts to Action" (von der Idee zur Umsetzung) – dieses Credo bildet die Grundlage für die Arbeiten des Global Risk Forum GRF Davos. Die Stiftung sieht sich als Brückenbauerin zwischen Forschung und Praxis. Dies ist ein weltweit einmaliger Ansatz eines Forschungsinstituts.  Die Stiftung organisiert eine der grössten internationalen Konferenzen der „International Disaster and Risk Conference IDRC Davos“, die alle zwei Jahre in Davos stattfindet. Nebst internationalen Projekten engagiert sich GRF Davos auch regional und berät beispielsweise Bundesämter und Gemeinden im Risiko- und Katastrophenschutz. GRF Davos betreibt auch Forschung, zugänglich für alle und zum Nutzen der Gesellschaft, regional, national und global.

www.grforum.org

Nationaler Innovationspark

Für die Innovationskraft des Kantons Graubünden spielen die Forschungsinstitute in Davos eine wichtige Rolle. Die weltweit angesehenen Institute sind hervorragend mit internationalen Unternehmen und Universitäten vernetzt und tragen dazu bei, die Attraktivität des Wirtschafts-, Innovations- und Werkplatzes Graubünden zu stärken.

Verschiedene international tätige Unternehmen haben als Partner der Forschungsinstitute ihr Interesse zur künftigen Zusammenarbeit bekundet und teilweise mit grosszügigen finanziellen Engagements unter Beweis gestellt. Für diese Unternehmen können die Davoser Institute als Türöffner funktionieren und somit einen Mehrwert für den gesamten Innovationspark Schweiz leisten.

Mit dem Anschluss an das Netzwerk des Nationalen Innovationsparks hat der Kanton Graubünden aufgrund der hohen Forschungsexzellenz seiner Institute eine einmalige Gelegenheit zur nachhaltigen Stärkung des Standorts. Mit dem Aufbau eines geplanten Antennenstandorts in Davos werden die notwendigen Rahmenbedingungen dafür geschaffen.

Diverse Produkte & Hersteller

Davoser Holzräderuhren

Von 1668 – 1839 entwickelte sich im Raum Davos entwickelte sich ein eigenständiger Zweig innerhalb der Schweizer Holzräderuhrherstellung. Zur Zeit des Dreissigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) brachten die Bündner Wissen (1618 bis 1639) grosse Not auch ins Landwassertal. Nach dem Westfälischen Frieden kam eine Zeit des bescheidenen Wohlstandes. Eigene Zimmeruhren aus Eisen konnten sich nur einige reiche Bürger leisten. Das wachsende Bedürfnis bei weniger Begüterten nach einer eigenen Uhr schuf einen Markt, den die im Sertigtal ansässige Bauernfamilie Ambühl nutzte. Sie stellte während den langen Wintermonaten Holzräderuhren her. Als Vorbild diente eine Eisenuhr aus dem 17. Jh. Die Ura Tavo (rom. Davoser Uhr) wurde aus Arven-, Lärchen- und Gebirgsbirkenholz hergestellt und das Knowhow über Generationen weitergegeben. In den rund 170 Jahren hatte die Familie Ambühl durchschnittlich 6 bis 7 Uhren pro Winter hergestellt und damit ca. 900 Uhren produziert. Die Produkte wurden über die Davoser Pässe ins Prättigau, Oberengadin und ins Schanfigg vertrieben und verkauft. Die ab 1820 industriell hergestellten Schwarzwälderuhren, die über die im 19. Jahrhundert gebauten Bündner Passstrassen importiert wurden, setzten der Produktion der Davoser Holzräderuhren ein Ende. Heute ist die Uhr ein teures Sammelstück. Ein Exemplar aus dem Jahr 1723 befindet sich im Heimatmuseum Davos.

Der älteste Skischuhbauer der Welt

Das Davoser Unternehmen „Heierling“ stellt seit über 130 Jahren Skischuhe auf Mass. 1883 eröffnete  Franz Heierling in Davos Dorf eine Schumacherei mit Schuhgeschäft. 1885 bekam der spätere deutsche Skilaufpionier und Schneeforscher Wilhelm Paulke ein paar norwegischer Skier zu Weihnachten geschenkt. Der damals 10jährige und einige seiner Kommilitonen des damals deutschen Gymnasiums „Fridericianum“ versuchten sich im alpinen Skilauf. Franz Heierling stellte die ersten Skischuhe nach dem Muster der norwegischen Lauperschuhe her. Mit der wachsenden Begeisterung für den Skisport entwickelte sich auch die Firma „Heierling“, die in den ersten Jahrzehnten immer mehr Modelle von Lederskischuhen entwickelte und herstellte.

1934 erfolgte die Spezialisierung auf massgeschneiderte Skischuhe. Für die Olympischen Winterspiele 1948 entdeckten Skirennfahrer das Davoser Unternehmen und liessen Rennausführungen seiner Skischuhe anfertigen. Den Durchbruch schaffte „Heierling“ 1960 als die Rennfahrer der Nationalmannschaften der Schweiz und der USA die Skischuhe aus Davos an den Olympischen Spielen in Squaw Valley verwendeten und drei Gold- und eine Silbermedaille herausfuhren. Die Mitarbeiterzahl wuchs von den zwei bis drei in den Anfangsjahren auf 26 im Jahr 1968. Die Serienproduktion wie auch der Kunststoff und Schalenskischuhe hielten Einzug. 1975/76 wurde die Produktion der Skischuhe in Davos eingestellt und nach Jugoslawien, Italien und Singen (D) ausgelagert. Die Produktionszahlen der Heierling AG erreichten 1993 ihren Höhepunkt mit  90'0000 Paar Skischuhen, 160'000 Paar Langlaufschuhen und ca. 15'000 Paar Wander- und Freizeitschuhen. 1983/84 gründeten die beiden Brüder Thomas und Hans-Martin Heierling eine neue Firma, die  „Sportschuh-Fitting-Center GmbH“, die zu den Wurzeln von Heierling mit der individuellen Anpassung der Skischuhe zurückkehrte. 1994 kaufte Salomon die Heierling AG auf und 1997 wurden die letzten Skischuhe unter dem Markennamen „Heierling“ hergestellt. Ab 2000 entwickelte sich das „Sportschuh-Fitting-Center“ zum Geheimtipp.

Neben Schweizer Ski-Stars wie Carlo Janka und Lara Gut sind auch Lindsey Vonn und Bode Miller Kunden von „Heierling“. Als Ergebnis intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit kommt 2014 der neue „H1“ auf den Markt und damit wieder ein Skischuh unter dem Namen „Heierling“.

www.heierling.ch

Der Davoser Schlitten

Er ist der in der Schweiz wohl am meisten verbreitete Schlitten. Ursprünglich wurde der Davoser Schlitten eingesetzt für den Transport von Stroh- und Heuballen, von Holzbalken oder sogar um die Milch möglichst leicht und schnell über verschneite Wege und Strassen zur dörflichen Sammelstelle zu transportieren. Irgendwann vor langer Zeit wurde er dazu von einheimischen Bauern entwickelt. Die Schlitten hatten auch Einheimische und deren Kinder und ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch Kurgäste zum Schneevergnügen verwendet.

Als Sportgerät wurde es vom Skipionier und Davoser Wagner Tobias Branger entwickelt. So tauchte im Winter 1888 eine Konstruktion auf, die aus Eschenholz gefertigt war. Das Gestell wurde mit Eisenbeschlägen verstärkt und als Kufen dienten angeschraubte Flachstahlprofile. Patentiert wurde die Erfindung unter dem Namen „Davoser Sportschlitten“. Zur Steuerung wurde die Füsse oder teilweise auch zwei Stöcke benutzt. Der Davoser Schlitten ist auch heute noch unter diesem Namen bekannt und wird auf der ganzen Welt benutzt.

Beim Davoser Modell sind die beiden Kufen mit Eisen beschlagen und durch eine Holzkonstruktion miteinander verbunden. Sie stehen senkrecht auf dem Boden. Ein Davoser Schlitten hat eine Gesamtlänge von 80 bis 130 cm. Er bietet zwischen zwei und drei Personen Platz zum Sitzen. Der Sitz besteht aus Holzlatten. Traditionell ist ein Davoser Schlitten aus Eschenholz gefertigt, billigere Modelle verwenden Buche als Material. Anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Wintersport Davos“ hat der einheimische Schreiner Paul Ardüser 20015 die Produktion der Original-Davoser Schlitten aufgenommen. (siehe auch Crowdfounding)

www.davoserschlitten.ch

Erste Linie der Rhätischen Bahn

Der holländische Kapitän und Unternehmer Willem Jan Holsboer (1834 - 1898) war der Initiant der Davoser Bahn, die nach und nach erweitert und zur Rhätischen Bahn umbenannt wurde. Die Linie Landquart - Davos war die erste Stecke der RhB. Nach der Gründung der Schmalspurbahn Landquart-Davos AG am 7. Februar 1888 wurde heftig über die künftige Ausgestaltung der Eisenbahnstrecke diskutiert. Die Idee einer Zahnradbahn wurde ebenso verworfen, wie eine Strecke mit Spitzkehren. Nach dem Vorbild der Gotthardbahn wurde der Bau einer reinen Adhäsionsbahn mit einer Spitzkehre beschlossen. Sie befand sich im Bahnhof Klosters und wurde später aufgelassen. Die anfangs geplante Normalspur konnte aufgrund der beengten Verhältnisse und aus Kostengründen nicht realisiert werden. Der erste Spatenstich erfolgte am 29. Juni 1888. Schon 1889 konnte der Streckenteil von Landquart - Klosters und acht Monate später - am 21. Juli 1890 - die gesamte Strecke bis Davos eröffnet werden.

Aufgrund der weiteren, ebenfalls auf Holsboer zurückgehenden Pläne für eine Expansion der Bahn, änderte die Schmalspurbahn Landquart–Davos AG im Jahre 1895 ihren Namen in Rhätische Bahn. 1897 wurde die RhB nach einer Volksabstimmung zur bündnerischen Staatsbahn. 1907 – 1910 wurde in Chur an der Bahnhofstrasse das repräsentative Verwaltungsgebäude der RhB im Bündner Heimatstil errichtet. Von 2012 bis 2014 wurden insgesamt 40 Mio. Franken in den Totalumbau des Bahnhofs Davos Platz investiert. Mit rund 1 Mio. Passagieren jährlich gehört er zu den frequenzstärksten Bahnhöfen Graubündens.

www.rhb.ch

Das Davoser Flachdach

Das Flachdach wurde in Davos um 1900 von den jungen Zürcher Architekten Pfleghard und Haefeli bei mehreren Sanatorien (u.a. Thurgauer Schaffhauser Heilstätte, Schatzalp) im grösseren Stil angewandt. Die Flachdächer bestanden aus einer Eisenbetondecke mit kleinem Gefälle nach innen. Auf diesem war die eigentliche wasserdichte Haut, eine Holzzementauflage mit Sand und Kiesaufschüttung, verlegt. An die Betondecke war im Abstand von ca. 1 Meter ein Boden in Holzkonstruktion angehängt, der seinerseits im Abstand von 30 cm die Holzdecken der Zimmer trug. Die gewaltigen Hohlräume dienten der Isolation und verhinderten das Schmelzen des Schnees durch aufsteigende Zimmerwärme. Als Ablauf diente eine Kastenrinne mit Gefälle in der Dachmitte, die das Wasser zum Ablaufrohr führte. Der Davoser Architekt Rudolf Gaberel (1882–1963) entwickelte dieses System um 1930  weiter: Anstelle der Kastenrinne trat ein einziger Ablauftrichter, in der Mitte des Daches lag und eine nach allen Seiten leicht ansteigende Beton- oder Holzunterlage hatte. Ende des 19. Jahrhunderts entstand der Bau der Flachdächer, um Kurgäste vor Schneerutschen von den Giebeldächern zu schützen. Nun propagierte Rudolf Gaberel das Flachdach sogar als wichtiges Element des Neuen Bauens. Um 1930 verwendete er es bei allen Bauten, zum Beispiel beim Umbau des Rathauses. Die Flachdachdiskussion um 1930 fand nicht nur in Davos, sondern der ganzen Schweiz und sogar europaweit statt. Erst im Baugesetz von 1961 wurde die Vorschrift in Davos eine durchgehende Flachdachzone zu schaffen, aufgenommen. Auch heute noch gilt im städtischen Davos die Vorschrift, bei Bauten das Flachdach zu verwenden. 

Erfolgsgeschichte mit Davoser Wurzeln

1993 waren die Grafikdesigner und Brüder Markus und Daniel Freitag auf der Suche nach einer Messenger Tasche für ihre Fahrten im regnerischen Zürich. Sie wollten für ihre Entwürfe eine belastbare, funktionelle und wasserabweisende Tasche. Inspiriert vom bunten Schwerverkehr, der direkt vor ihrer Wohnung über die Zürcher Transitachse brummte, schneiderten sie aus einer alten Lastwagenplane eine Kuriertasche. Als Tragegurt benutzten sie gebrauchte Autogurte, als Einfassung diente ein alter Fahrradschlauch. Unbeabsichtigt entstand aus dem eigenen Bedürfnis ein Unternehmen, das heute rund 160 Mitarbeiter beschäftigt und jährlich weltweit rund 400‘000 Taschen, Accessoires und neuerdings auch Modeprodukte verkauft. Die aus Davos stammenden Freitag-Brüder hatten 1999 das erste Freitag-Store in Davos Dorf eröffnet, inzwischen sind es zehn eigene Stores sowie ein breites Verkaufsnetz weltweit.

In der Winter-Saison 2014/15 feierte die Destination Davos Klosters 150 Jahre Wintertourismus und FREITAG gleichzeitig 15 Jahre „Davos Store“. Aus diesem Anlass produzierte FREITAG eine limitierte Jubiläums-Edition. Insgesamt wurden 150 Sport-, Handtaschen sowie Messenger Bags im Davoser-Look (blau/gelb) produziert. Dabei handelt es sich um nummerierte Unikate, die innen mit der Aufschrift «150 years of winter tourism in Davos Klosters – Home of the first t-bar lift and the first FREITAG store worldwide» gekennzeichnet sind.

www.davos.ch/souvenirs

1. Freitag Tasche
Bierbrauerei Monstein

Im Oktober 2000 beschlossen drei junge Monsteiner – ein Hotelier, ein Anwalt und ein Grafiker –, ein eigenes Bier in Monstein zu brauen.  Es tönt fast schon kitschig – bei einem (oder mehreren) Glas Bier. Als Ort für die Produktion erkoren sie die 110 Jahre alte und damals während mehreren Jahren leerstehende Sennerei. Mitten im malerischen Dorf hat die Schaubrauerei einen idealen Standort. Die Idee kam bei Einheimischen und Gästen so gut an, dass die Aktien innert kürzester Zeit gezeichnet und damit die Finanzierung des Unternehmens gesichert war.

Heute zählt die BierVision Monstein AG rund 1‘200 Aktionäre aus der ganzen Welt und beschäftigt fünf Mitarbeiter. Die ersten Flaschen wurden in Zürich produziert, bis die Sennerei eingerichtet und das Monsteiner Mungga Bier mit einem lustigen Murmeltier auf den Markt gebracht wurde. Gebraut wird es aus kristallklarem Bergquellwasser, Schweizer Hopfen und unter anderem einheimischen Bio-Berggerstenmalz von Gran Alpin. Nach und nach kamen weitere Spezialitäten dazu wie z. B. die seit 2004 produzierten ausgezeichneten Monsteiner Bierbrände und Monsteiner Whisky bzw. Single Malts, Auch Käse- und Fleischspezialitäten sowie Schokolade-Trüffel werden mit der Marke Monstein produziert. 2006 begann die Kooperation mit dem Grossverteiler Coop, der das Monsteiner Steinbock-Spezialbier seit 2009/10 schweizweit verkauft. Insgesamt werden in Monstein Jahr für Jahr 180?000 Liter Bier gebraut. Die Schaubrauerei verzeichnet rund 250 Führungen jährlich. Brauseminare mit sieben bis zwölf Leuten, Polter- und Vereinsabende finden hier ebenfalls statt. Die Schaubrauerei gehört zu den wichtigsten Tourismusangeboten der Destination Davos Klosters. Als die Brauerei eröffnet wurde, war sie als eine der ersten Kleinbrauereien in der Schweiz und die erste ihrer Art in Graubünden.

www.biervision-monstein.ch

Davoser erfand Sparschäler

Der erste Kartoffel-Sparschäler mit querliegender beweglicher Klinge ist das Modell „Rex“, das von Alfred Neweczerzal 1947 erfunden und im selben Jahr patentiert wurde. Alfred Neweczerzal (1899–1959) war ein Davos geborener Nachfahre tschechischer Auswanderer. Er hatte 1931 erste Produkte in Zürich hergestellt und gründete 1948 in Zürich die Kollektivgesellschaft ZENA (Zweifel Engros Newerczerzal Alfred). Bis heute wurden weltweit rund 80 Millionen Sparschäler verkauft. Jedes Jahr produziert die Zena AG in Affoltern am Albis weiterhin zwei Millionen Stück des Kult-Schälers und exportiert 60 Prozent davon ins Ausland. Der Sparschäler „Rex“ erschien 2004 in der Serie „Designklassiker der Schweiz“ als Motiv der 15-Rappen-Briefmarke der Schweizerischen Post. Die Firma ist immer noch in Besitz der Erfinder-Familie.

Bergbahnen

Die erste Sportbahn Graubündens

Am 25. Dezember 1899 hatte die Standseilbahn von Davos Platz zur Schatzalp als erste Bergbahn Graubündens ihren fahrplanmässigen Betrieb aufgenommen. Sie war als Zubringer des im Dezember 1900 eröffneten Sanatoriums Schatzalp gedacht, entwickelte sich aber rasch auch zur Sportbahn. Die Schatzalpstrasse wurde seit 1900 als Schlittelbahn genutzt und der Schlittentransport bedeutete für die neu eröffnete Standseilbahn willkommene Einnahmen. Neben den ursprünglichen Schlitten befuhren bald sehr viele Bobs die Schlittelbahn. Sie war in den Kurven mit starken Eiswänden aus Blöcken vom Davosersee wie ein Mauerwerk aufgebaut. Die Zahl der Bobs erhöhte sich in der Wintersaison 1905/06 auf 1087. Eine Bobbahn wurde 1907 realisiert und die beiden Talstationen sowie die Wagen der Schatzalpbahn wurden umgebaut, um die Bobs besser transportieren zu können. Die Hoffnungen hatten sich nicht erfüllt: 1908 wurden 2787 Bobs befördert, 1909 waren es 1780 und 1910 nur noch 1080. Nach dem ersten Weltkrieg folgte ein leichter Aufschwung, der aber flachte wieder ab. 1934 wurde die Bobbahn aufgegeben und seit dem Winter 1938/39 als Schlittelbahn und Skiabfahrt genutzt. Der Niedergang des Bobsports verlief praktisch parallel zum Aufschwung des Skisports. 1924 hat die DSB die Strelahütte des Skiclubs Davos mitsubventioniert und dieser kleine Stützpunkt wurde zum Ausgangspunkt für den Strela als Skigebiet.

1934 sorgte der Bau des Felsenwegs als Verbindung zwischen Weissfluhjoch und Strela für Frequenzsteigerungen bei der Schatzalpbahn. Im Dezember 1937 wurde der in zwei Sektionen verlaufende Schlepplift Schatzalp – Strela eröffnet. Die Schlepplifte wurden 1957 und 1995 erneuert.

1958 entstand eine Gondelbahn von der Schatzalp zum Strela, deren Betrieb 1995 eingestellt und durch einen 2er-Sessellift ersetzt wurde. Der Felsenweg diente lange als die einzige Verbindung zwischen dem Parsenngebiet und Strela. 1980 wurde eine Pendelbahn zwischen dem Strelapass und Hauptertälli in Betrieb genommen. Der „Silbervogel“, nach der Farbe der Kabinen benannt, wurde 2001 wie alle Bahnanlagen auf Strela eingestellt. 2009 wurde das Skigebiet Strela als das erste „entschleunigte Skigebiet der Schweiz“ reanimiert, der Sessellift und zwei Schlepplifte sind wieder in Betrieb.

2006 erfolgte eine gründliche Erneuerung der gesamten Bahn. Das instabil gewordene Trassee wurde praktisch neu gebaut, neu angeschafft wurden auch die in die Jahre gekommenen Wagen und alle technischen Anlagen.

Der erste Bügellift der Welt

Der Ingenieur Ernst Constam aus Zollikon, ein passionierter Skifahrer, entwickelte eine Schleppseil-Anlage: ein Förderseil, mehrere Meter über dem Boden durch Stützen getragen, daran ein elastisch aufgehängtes „Schlepporgan“, das durch den Skifahrer für den Aufstieg hinuntergezogen werden kann. 1930 meldete Constam seine Erfindung als Patent an. Ab 1933 experimentierte er am Bolgenhang in Davos mit dieser Aufzugsanlage. Ursprünglich sah er als Schlepporgane ausziehbare Handgriffe vor, die am hoch über dem Boden umlaufenden Förderseil befestigt und von den Fahrgästen mit einer Hand zu ergreifen gewesen wären. Der entscheidende Punkt, der schliesslich zum Erfolg führte, waren Sitzbügel, die sich die Skifahrer unter das Gesäss ziehen konnten. Somit griff die Zugkraft am Körperschwerpunkt des Fahrgastes an, was für die Schneesportler ein mühe- und gefahrloses Schleppen bedeutete. Im Landwirt und Hotelier Leonhard (Lieni) Fopp-Blöchlinger vom Hotel „Löwen“ fand er einen Förderer, der das Grundstück auf Bolgen zur Verfügung stellte. Die „Kleinseilbahn für Skifahrer“ nahm offiziell am 24. Dezember 1934 ihren Betrieb auf. Damit hatte Davos den ersten modernen Bügelskilift der Welt. Der Bolgenlift war 270 Meter lang, überwand eine Höhendifferenz von 60 Metern, hatte J-förmige Einerbügel, eine Talstation mit einem 24 PS starken elektrischen Antrieb, fünf Zwischenstützen aus Rundholz und eine obere Umlenkstation mit Spannvorrichtung.

Die Fahrten waren für Skischule-Klienten kostenlos, Gäste der Skischule assoziierter Hotels bezahlten 50 Rappen pro halben Tag, die übrigen einen Franken.

Nach der ersten Saison hatte die Anlage bereits 70‘000 Skifahrer transportiert – ein voller Erfolg. Bei der Entwicklung dieses ersten Skiliftes mit von der Partie war der junge Davoser Skischulleiter Jack Ettinger. Er hatte die Idee, die Bügel in T-Form für je zwei Personen anzubringen, das die Förderkapazität des Skiliftes auf einen Schlag verdoppelte. Diese damals „Sie und Er-Bügel“ genannten Schlepporgane haben sich bis heute durchgesetzt. Die Rekonstruktion eines Stücks dieses ersten Bügelskilifts befindet sich im Wintersportmuseum Davos. Mit dem Bau der neuen Sesselbahn auf Brämabüel ist der modernisierte Lift auf Bolgen der letzte Schlepplift im Schneesportgebiet Jakobshorn.

Die Parsennbahn: Ikone des Massentourismus

Die Idee einer Zubringerbahn hatte bereits 1923 der bekannte Alpinist Victor de Beauclair. Interessiert zeigten sich Statthalter Erhard Gredig und der Flüela-Hotelier Andreas Gredig. Die Hotels Flüela und Central waren damals die Skihotels im Kurort.

Nach Diskussionen um die Wirtschaftlichkeit der Standseilbahn erfolgte am 8. Juni 1931 der Spatenstich für das Jahrhundertwerk. Nach 6 Monaten Bauzeit wurde die 1. Sektion am 17. Dezember 1931 in Betrieb genommen. Am 17. April 1932 begannen die Bauarbeiten an der 2. Sektion. Am 1. Dezember 1932 fand eine grosse Einweihungsfeier im Hotel „Flüela“ statt. Damit war die mit 4106 m zweitlängste Standseilbahn der Schweiz fertig gebaut (1. Sektion 1889 m und 2. Sektion 2217 m). Die Parsennbahn diente von Anfang an dem Wochenend-Skifahren und wurde so zur Schrittmacherin des Volks- und Pistentourismus.

Schon im ersten Betriebsjahr wurden 64'690 Personen befördert. Im nächsten Winter waren es bereits 98'779 und bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs stieg die Zahl auf 232'473. Aufgrund dieses Erfolgs wurden die Warteschlangen an der Talstation anfangs der 1930er Jahre immer länger. 1937 erfolgte ein Umbau, indem ein grosser Wagen angeschafft und die Transportkapazität auf 700 Personen pro Stunde erhöht wurde. Dazu waren auch neue elektrische Antriebe, stärkere Seile, verbessertes Trassee und ein Ausbau aller drei Stationen nötig. Die erneuerte Bahn sollte während 65 Jahren dem Skitourismus und damit ganz Davos zuverlässig dienen.

Nach einem Rückschlag während der Kriegsjahre stieg die Zahl nach Kriegsende 1945 auf 208'575 und 1972 zählte man über 700'000 Passagiere. Nach jahrelanger Suche nach Ersatz oder Modernisierung der in die Jahre gekommenen Parsennbahn wurde die 1. Sektion 2002 umfassend erneuert. Die Spur wurde von 800 auf 1200 mm verbreitert und die Maximal-Geschwindigkeit von 6 auf 10 m/s erhöht. Wegen der Geschwindigkeit auch Alpen-TGV genannt, bringt die Bahn nun 2'200 Personen pro Stunde ins Skigebiet. Im November 2010/11 hatte man auch die total sanierte 2. Sektion in Betrieb genommen. Nach dem Bau der neuen Parsennbahn hatte man nur noch die sogenannten Ersteintritte gezählt – schwierig mit den alten Frequenzzahlen zu vergleichen – sie betrugen aber immer noch rund 450'000.

Sessellift mit Lasersteuerung

Auf Wintersaison 2016/17 entsteht im Skigebiet Madrisa eine neue 6er Sesselbahn „Schaffürggli“. Die 1860 Meter lange Bahn wird 510 Höhemeter überwinden. Dank einer Fahrgeschwindigkeit von 5 m/s kann sie 2‘600 Personen pro Stunde befördern. Einzigartig in der Schweiz wird die Steuerung der Sitzhöhe der Sessel sein. Ein Laser tastet die Passagiere ab und stellt fest, ob es sich um Erwachsene oder Kinder handelt. Die hydraulische Steuerung passt die Sitzhöhe an, so dass auch die kleinen Skihasen den Lift bequem besteigen können. Ein heraufgleitender Stab sorgt dafür, dass die Kleinen nicht mehr herausrutschen können. Anschliessend senkt sich automatisch die vor Kälte und Wetter schützende Haube. Der Sessellift verfügt zudem über eine Sitzheizung. Transportiert werden können auch Skischlittenfahrer (Rollstuhlfahrer im speziellen Wintersportgerät).

www.madrisa.ch

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